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Ambient Mobility
Definition & Leitbild für Hessen

Ambiente IKT-Systeme bieten viele Chancen für eine nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft. Aus diesem Grund unterstützt das Land Hessen ihre Verbreitung und Nutzung auf eine zukunftsorientierte Weise. Mit dem Leitbild "Ambient Mobility (umgebungsintelligente Mobilität) möchte Hessen ihre ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Potenziale für mobile Bürger und Unternehmen verdeutlichen und beitragen, sie nachhaltig zu gestalten und zu nutzen. Dabei steht der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Rechten im Mittelpunkt der ambienten Technologien.
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Definition

Ambient Mobility zielt auf den Einsatz umgebungsintelligenter Technologien für die Mobilität von Menschen und Objekten. Der Begriff stammt aus dem Umfeld der TU Darmstadt und markiert das besondere Potenzial von ambienten Technologien für eine neue und bessere Mobilität. Ambiente IKT-Systeme schaffen innovative, intelligente Lösungen für die Gestaltung unseres mobilen Alltags. Das zeigen in der Broschüre dargestellte beispielhafte Anwendungen in den Bereichen Automotive, Gebäude&Wohnen, Gesundheit, Kleidung und Verkehr. Als Querschnittstechnologien ist ihr Nutzen aber nicht hierauf begrenzt. Die Einsatzbereiche für ihre unterstützenden Funktionen umfassen sämtliche mobilen Aspekte unserer physischen Welt – vom smarten Nanotech-Produkt bis zum intelligenten, globalisierten Lieferprozess. Ambiente IKT-Systeme erzeugen mehr Lebensqualität, Komfort, Qualität, Effizienz, Sicherheit und Umweltschutz.


Mobilität auf neuen Wegen

Mobilität (lateinisch mobilitas, Beweglichkeit) bildet ein zentrales Thema unserer Zeit und eine ganzheitlich wirtschaftliche, soziale und ökologische Herausforderung für unsere Zukunft. Die Bewegung und die Beweglichkeit von Personen sind menschliche Bedürfnisse, jene von Gütern sind wirtschaftliche Ressourcen. Deshalb berührt Mobilität den Einzelnen und die Gesellschaft heute und deshalb wird sie uns auch künftig betreffen – sogar verstärkt. Denn der wachsende wirtschaftliche Wettbewerb fordert von Unternehmen und Beschäftigten eine immer größere räumliche und zeitliche Präsenz mit immer größerer mobiler Einsetz- und Erreichbarkeit. Güter und Dienstleistungen werden verstärkt kooperativ entwickelt, gefertigt und vertrieben. „Fort-Schritt“ in Wissenschaft und Wirtschaft ist zunehmend mobilitätsgetrieben. Und auch das Bedürfnis nach privater und sozialer Mobilität wird weiter steigen. Wir lieben Mobilität nicht nur, weil sie uns von Mensch zu Mensch bringt, uns sozial verbindet, sondern auch, weil sie uns verändert und verwandelt. Mobilität erzeugt Erlebnisse, schafft „Erfahrungen“. So meinen 28 Prozent der Deutschen, etwas in ihrem Leben zu verpassen, wenn sie nicht regelmäßig in der Freizeit mit Bahn, Fahrrad oder Auto unterwegs sind. 2025 wird vermutlich nur noch jede zehnte Person in einem Haushalt ohne PKW sein, und die personelle Verkehrsleistung bis 2025 wird trotz Bevölkerungsabnahme um 13 Prozent ansteigen.

Während Mobilität also wirtschaftlich und sozial überwiegend positive Entwicklungen generiert, wirft sie ökologisch neue Probleme auf und verschärft bestehende. Denn die Zunahme des motorisierten Verkehrs resultiert in ökologischen Belastungen. Für Hessen als bedeutende Verkehrs- und Logistikdrehscheibe im geografischen Zentrum von Deutschland und Europa ist diese Problematik von besonderem Belang. Über 36 Prozent der energiebedingten CO2-Emissionen in Hessen werden beispielsweise durch Verkehr verursacht. Dieser Anteil ist deutlich höher als in anderen Bundesländern, der bundesweite Durchschnitt liegt bei 21 Prozent (Stand: 2004). Auch deshalb ist Hessen an einer ökologisch orientierten Mobilität interessiert. Wie lässt sich Mobilität zukunftsweisend gestalten? Wie können wir heute die Weichen für eine nachhaltige – also ganzheitlich ökologisch, ökonomisch und sozial verträgliche bzw. vorteilhafte – Mobilität von morgen stellen? Diese Fragen stellen sich immer wieder neu.

In Hessen wurde 2008 eine Initiative zur Entwicklung von Nachhaltigkeit gestartet. Darin wird Nachhaltigkeit als „die Gesamtheit der ökologischen, der sozialen und der ökonomischen Dimension“ definiert und als ihr Ziel bestimmt, „die Bedürfnisse der heutigen Generation zu sichern ohne künftige Generationen zu gefährden, die Grenzen der Belastbarkeit unserer Erde sowie die Endlichkeit der natürlichen Ressourcen zu beachten.“ Als Herausforderung rückt dabei natürlich auch nachhaltige Mobilität ins Blickfeld. Fokussiert werden Fragen nach einer Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Verkehrsnachfrage, nach der Verringerung von Umweltauswirkungen des Verkehrs und nach der Gestaltung einer modernen, umweltgerechten Verkehrsinfrastruktur. Im Rahmen eines Projektes soll die Nachfrage und Produktion von nachhaltiger Elektromobilität gefördert werden. Mehr Informationen unter: www.hessen-nachhaltig.de, Stand November 2009


Intelligente Mobilität, nachhaltig!

Das Leitbild Ambient Mobility ist auf eine nachhaltige Entwicklung ausgerichtet. Das bedeutet, dass die Entwicklung und Nutzung ambienter IKTSysteme eine ausgewogene Balance zwischen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Aspekten fokussieren soll. Nicht eine Dimension soll einseitig im Vordergrund stehen. Denn dies würde zwangsläufig Folgekosten in den anderen Dimensionen erzeugen. Auch die Vernachlässigung einer Dimension schafft Folgekosten.

Wirtschaftlich stellen intelligente Produkte und Umgebungen hochattraktive Chancen dar. Aus der Sicht von Experten werden 2013 etwa eine Billion elektronisch aufgerüstete, vernetzte Gegenstände für eine Milliarde Menschen zur Verfügung stehen. Auch die sozialen Potenziale ambienter Dienste und Systeme sind unverkennbar. Beispielsweise greift das in Deutschland und Europa weit verbreitete Leitbild „Ambient Assisted Living“ (AAL) soziale Problematiken des gesellschaftlichen demografischen Wandels auf und identifiziert Ansätze für ein möglichst langes selbstbestimmtes und gesundes Leben im Alter. Dass ambiente IKT-Systeme auch erhebliche ökologische Beiträge leisten und hervorragende Lösungsansätze des gesellschaftlichen Brennpunktes Ökologie bilden, wird häufig noch nicht angemessen wahrgenommen.

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