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Matthias Donath
Dr. Matthias Donath

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Software as a Service (SaaS)
Hessen: ready to serve


"Software as a Service" (SaaS) führt als neues Paradigma in der Informationstechnologie zu einer zukunftsorientierten Form, Software zu nutzen, zu entwickeln und zu vertreiben: Software wird nicht mehr selbst auf dem eigenen Rechner oder Server betrieben, sondern über ein Netzwerk - zumeist das Internet - als Dienstleistung bereitgestellt bzw. bezogen. Der Anwender greift auf Mietbasis über den Browser auf Software und Daten zu, der Anbieter verwaltet den Zugriff und sorgt für deren Verfügbarkeit und Sicherheit. Software wird nicht mehr einmalig als Lizenz erworben, sondern als On Demand-Lösung mengenvariabel angewendet und verbrauchsbezogen abgerechnet, so dass sie zu einem Gebrauchsgut avanciert wie Wasser aus dem Hahn oder Strom aus der Steckdose. Für Unternehmen besteht die Bedeutung von SaaS nicht nur im besseren Betrieb einzelner, allein stehender Applikationen, sondern auch in neuen Chancen zur Optimierung von Geschäftsprozessen sowie zur Entwicklung innovativer Geschäfts- und Vertriebsmodelle (SaaS 2.0 / Internet der Dienste).
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Definitionen

  • "Bei Software as a Service abonnieren Anwender einen Service, den sie wann immer und wie oft nutzen und dementsprechend bezahlen, anstatt eine Anwendung auf eigene Kosten zu installieren, pflegen und warten zu müssen, ohne Berücksichtigung, wie oft sie diese überhaupt nutzen wollen. IT-Hersteller stellen den Service kostengünstig über das Internet zur Verfügung, setzen Web-Browser mit modernen Technologien, bekannter Infrastruktur, und vielfach Entwicklungs- und Betriebs-Methoden der nächsten Generation, wie Multi-Tenancy ein." (Saugatuck Technology 2008)
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  • SaaS ist "Software, die einem externen oder mehreren externen Providern gehört, von diesen an Kunden geliefert und remote verwaltet wird." (Gartner 2008)
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Beispiele

  • Bereiche: Content, Kommunikation und Kollaboration (z.B. E-Learning und Webkonferenzen), CRM, ERP, Personal (Lohn-/Gehaltsabrechungen, Reiseservices), Finanzbuchhaltung, Einkauf, SCM, CMS
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  • Anwendungen: Google Text & Tabellen im Gegensatz zu MS Office
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Vorteile

  • Niedrige Kosten: Economies of Scale und Scope (Virtualisierung) ermöglichen Anbietern Einsparungen, die sie weitergeben können. Günstige Angebote und verbrauchsbezogene Abrechnungen ermöglichen Anwendern geringe Anfangsinvestitionen und Einsparungen bei lokalen Ressourcen (Outsourcing). 
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  • Transparente Kosten: Softwarepakete zu festen Bezugpreisen können klarere, kalkulierbarere Kosten darstellen als der Erwerb und Betrieb eigener IT-Systeme.
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  • Skalierbarkeit: Der Einsatzumfang kann bei schwankendem Bedarf dynamisch angepasst werden ohne dass die eigene IT-Landschaft erweitert werden muss.
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  • Qualität: Ein professionelles kommerzielles Management sollte höchsten Qualitätsanforderungen – auch in punkto Sicherheit und Updating – entsprechen.
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  • Räumliche Flexibilität: Über das Internet sind die Daten auch mobil zugänglich.
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  • Zeitliche Flexibilität: Durch den Bezug von außen führen Änderungen nicht zu langwierigen betriebinternen Umstellungen bzw. Umstrukturierungen.
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Risiken

  • Hohe Anbieterabhängigkeit: Wer seine Daten in fremde Hände gibt, ist auf deren Know-how und Wettbewerbsfähigkeit angewiesen. Die eigenen Daten können nur über den Dienst des Anbieters abgerufen und angewandt werden.
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  • Sicherheit: Die Sicherheit der eigenen Daten kann nicht eigenständig gewährleistet werden.
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  • Ggf. Anbieterwechsel: Verschiedene Systeme können einen Anbieterwechsel erschweren, gleichartige Services können ihn aber auch erleichtern.
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  • Ggf. Interoperabilität: Schnittstellen zu eigenen Systemen können Probleme aufwerfen.  
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  • Recht: Juristische Fragen können z.B. in punkto Datenschutz, IT-Sicherheit und bei länderübergreifendem Hosting entstehen.  
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  • Fest- bzw. Funknetzabhängigkeit: Der Datenzugriff setzt eine funktionierende, leistungsstarke Netzanbindung voraus.    
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Entwicklung

Konzeptionelle und zeitliche Vorläufer von SaaS sind die Ansätze ASP (etwa ab 1999) und AoD (etwa ab 2003). Beim "Application Service Providing" (ASP) gab es nur wenige Webanwendungen mit Standardfunktionalitäten und wenige nutzungsbezogene Abrechnungsmodelle, beim "Application on Demand" (AoD) sind schon mehr Webanwendungen mit nun auch mehr kundenspezifischen Individualisierungen und nutzungsbasierten Abrechnungen verfügbar. SaaS ermöglicht nun wirklich mandantenorientiert gehostete, konfigurierte und präsentierte Anwendungen, Interoperabilität, lastabhängige Skalierung und verbrauchsbezogene Abrechnungsmodelle. Analysten von Saugatuck Technology unterteilen die SaaS-Entwicklung in die Phasen SaaS 1.0 und SaaS 2.0 und sehen die Verbreitung von SaaS als Wegbereiter für die Verwirklichung von Cloud Computing. Unter "Cloud Computing" wird der umfassende IT-On-Demand-Ansatz verstanden, der die Bereiche "Software as a Service (SaaS)", "Platform as a Service" (PaaS) und "Infrastructure as a Service" (IaaS) umspannt.

SaaS

 

 

Verbreitung 

  • In Deutschland haben sich drei von vier Unternehmen, also 75 %, noch nicht mit Cloud Computing und Services befasst. Die anderen 25 % positionieren sich wie folgt (IDC-Studie 2009):
    7 % nutzen SaaS
    7 % planen SaaS zu nutzen
    7 % haben sich noch nicht entschieden
    4 % haben sich dagegen entschieden
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  • In den USA geben Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern bereits 26 % ihres Budgets für On Demand-Software aus. (Studie laut Dubey 2008)
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Prognosen

  • SaaS und Cloud Computing werden den Software- und Service-Markt völlig neu strukturieren. (BITKOM 2009)
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  • Der welweite Unternehmenssoftware-Markt wird 2008 auf 2009 nur von 221,9 auf 222,6 Mrd. US Dollar zulegen, SaaS wird im gleichen Zeitraum rund 21,9 Prozent ansteigen. (Gartner 2009) 
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  • 31 % der Business- und IT-Manager halten SaaS bzw. SaaS-Plattformen für den derzeit wichtigsten Trend in der Softwarebranche (Dubey 2008). "Monitoring Informations- und Kommunikationswirtschaft"-Experten stuften 2008 das "Internet der Dienste" als zweitwichtigstes Wachstumsfeld ein (nach "IT-Services") (BMWi 2009)
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  • Der weltweite SaaS-Markt 2008 wurde auf über 4,6 Mrd. Euro geschätzt. (Gartner 2008)
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  • Der deutsche SaaS-Markt 2010 wird auf 577 Mio. Euro geschätzt. Das ist ein Wachstum von 113 % gegenüber 2007. (Experton Group 2008)
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  • Im März 2009 wurde die Wachstumsprognose für den weltweiten SaaS-Markt im Jahr 2009 von 36 % auf 42 % angehoben. (IDC 2009)

 

Aktivitäten von Hessen-IT

  • SaaS-Informations- und -Kontaktveranstaltung 2009
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  • SaaS-Publikation in der Schriftenreihe Hessen-IT (in Planung), siehe auch den ASP-Leitfaden
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  • SaaS-Informations- und -Kontakt-Services
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