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Mirco Sander

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Öffentlich-keitsarbeit 

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Was ist RFID?

RFID steht für radio-frequency identification, oder auf deutsch: radiofrequente Identifikation. Die Technologie wird eingesetzt, wenn Objekte autmatisch idenfiziert werden sollen.
Im alltäglichen Einsatz findet sie bereits in Wegfahrsperren, Mautsystemen oder bei Zugangskontrollen (etwa bei Skiliften) Anwendung. Vor allem die informationstechnische Entwicklung der letzten Jahre hat ihr Einsatzspektrum erheblich erweitert.
Neben dem Einsatz zur Effizienzsteigerung in Warenketten ermöglicht RFID beispielsweise auch neue Verfahren im Bereich der Fälschungssicherheit. Prominentestes Beispiel ist hier sicherlich der ePass, der seit November 2005 ausgegeben wird. Auf seinem RFID-Chip werden zunächst das digitale Passfoto, ab März 2007 zusätzlich die Fingerabdrücke digital erfasst.

Auf Produkteben ist der Einsatz von RFID aus Kostengründen bisher noch nicht rentabel.  Im Vergleich zu herkömmlichen Idenfikationstechniken wie dem Barcode bietet RFID allerdings auch gewisse Vorteile:
  • Wiederbeschreibbarkeit
  • sichtkontaktloses Lesen und Schreiben 
  • hohe Lese-/Schreibraten
  • hohe Speicherkapzität 
  • zeitgleiche Identifikation vieler Objekte (Pulkerfasung)
  • Zusatzfunktionen wie Sensorik, Verschlüsselung und Warensicherung

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Funktionsweise von RFID

Ein RFID-System besteht prinzipiell aus zwei Komponenten:

  • einem Transponder oder Tag und
  • einem Lese-/Schreibgerät.
LuftschnittstelleDer Transponder besitzt einen Chip, auf dem die Daten gespeichert werden sowie eine Antenne, die zur Kommunikation mit dem Lesegerät dient. Das Lese-/Schreibgerät hat ebenfalls eine Antenne und steuert die Kommnikation über ein Kontrollmodul. Über die Vernetzung mit einem EDV-System stehen die Daten des Tags der weiteren Nutzung und Auswertung zur Verfügung und können beispielsweise in das Warenwirtschaftssystem übernommen werden. 

Die nebenstehende Grafik verdeutlicht die Funktionsweise von RFID-Systemen.

Das Lesegerät spricht den Transponder über die entsprechende Frequenz an, und der Transponder sendet die gespeicherten Daten an das Lesegerät zurück. Dabei ist zu unterscheiden zwischen aktiven und passiven Transpondern: Während aktive Transponder eine eigene Batterie für Datenspeicherung und -austausch haben, beziehen passive Transponder ihre Energie allein aus den Funkwellen (induktive Kopplung).

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RFID-Systeme

Die Komponenten eines RFID-System können durch unterschiedliche Spezifikationen unterschiedliche Eigenschaften aufweisen, so dass die Wahl der Komponenten den gegebenen Rahmenbedingungen angepasst werden muss:

  • aktive oder passive Transponder (kurze Reichweite, geringer Speicher oder lange Reichweite, höherer Speicher)
  • Speichereigenschaften (Read-only oder Read-write)
  • Arbeitsfrequenzen (Nieder-, Hoch- und Ultrahochfrequenz oder Mikrowelle)
  • Pulkerfassung

Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über die Spezifikationen der unterschiedlichen Frequenzen:

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RFID-Systeme
Frequenz-bereich Niederfrequenz Hochfrequenz  Ultrahochfrequenz Mikrowelle 
Frequenz 125 - 135 kHZ 13,56 MHz 860 - 960 MHz 2,45 GHz
Energiever-sorgung passiv passiv aktiv/passiv  aktiv/passiv 
Speicher-kapazität bis 2 kBit  bis 2 kBit  bis 256 kBit aktiv bis 256 kBit aktiv 
Reichweite bis 1 m  bis 1,7 m  bis 100 m aktiv  bis 100 m aktiv 
Pulkerfassung ja, selten realisiert  ja ja ja
Störung durch Flüssigkeiten nein gering stark stark
Lesbarkeit auf Metall bedingt bei direkter Aufbringung nein, mit Abstand bedingt  bei direkter Aufbringung nein, mit Abstand bedingt bei direkter Aufbringung nein, mit Abstand bedingt

Anwendungsfelder

Die folgenden praxiserprobten Anwendungsfelder zeigen die große Bandbreite der automatische Funkidentifikation auf:

  • Idenfikation von Transportbehältern, Waren, Personen und Tieren
  • Echtheitsprüfung von Dokumenten
  • Steuerung von Rückrufaktionen
  • Wartungsmanagement
  • Lagermanagement
  • Diebstahlsicherungen
  • Zutrittskontrolle
  • Routenverfolgung
Ein ideales Anwendungsfeld ist darüber hinaus die gesamte Wertschöpfungskette. Schwerpunkte innerhalb der Wertschöpfungskette sind dabei Herstellungsprozess , Verfolgung von Containern und Investitionsgütern. In Verbindung mit entsprechender Sensorik können Systeme geschaffen werden, die eine kontinuierliche Übwachung kritischer Güter wie etwa Tiefkühlprodukte ermöglichen.


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Standardisierung

Eine wesentliche Voraussetzung für eine weite Verbreitung und den erfolgreichen Einsatz von RFID über Länder- und Unternehmensgrenzen hinweg ist die Anwendug einheitlicher Standards. Im Bereich von RFID sind zwei Entwicklungsrichtungen zu verfolgen. Zum einen entwickelt das globale Konsortium GS1 (vormals EAN International) den EPCglobal (Electronic Product Code), der über die Vergabe von eindeutigen Nummern als Referenzsystem (über einen Informationsservice und den ONS - Object naming service) dienen kann.
Zum anderen sind ISO/IEC-Standards entwickelt worden, die frei zur Verfügung stehen und ebenfalls eindeutige Seriennummern sowie eine teilweise höhere Leistungsfähigkeit bereitstellen. Es wird unterschieden zwischen Technologie- und Datenstandards sowie Anwendungsempfehlungen. 

Je nach Anwendungserfordernissen müssen unterschiedliche Standards berücksichtigt werden, das gilt vor allem für die Wahl zwischen EPC und den freien Standards. Selbst wenn der Einsatz ausschließlich betriebsintern erfolgt, sollten durch offene Lösungen unter Verwendung allgemeiner Standards zukünftige Entwicklungen ermöglicht werden.


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Datenschutz und Datensicherheit

Die mit der Einführung eines RFID-Systems erreichte Datenqualität und -quantität müssen gesichert und vor Missbrauch geschützt werden.

Neben sicherheitsrelevanten Fragen, wie sie bei allen EDV-Anwendungen zu beachten sind, bergen RFID-Systeme auf Grund der Möglichkeit, Daten sichtkontaktlos auszulesen und zu verändern, ein besonderes Gefahrenpotenzial.

Zum einen müssen Unternehmen ihre betrieblichen Prozsse vor unerlaubtem Zugriff schützen. Die Datensicherheit ist gefährdet durch:

  • Auslesen der Daten und Herstellung von Transpondern mit identischer Idenfikationsnummer
  • Entfernen der Transponder und Aufbringen auf einem anderen Objekt
  • Abhören und Stören der Luftscnittstelle
Angriffe können zu Störungen führen, die Prozesse und Abläufe unterbrechen und dadurch vermeidbaren Kosten verursachen. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass die Angriffer an firmeninterne und schützenswerte Daten gelangen, wie beispielsweise Bestell- oder Warenbestandslisten.

Zum anderen werden Fragen relevant, die den Apsekt des Verbraucherschutzes betreffen, da durch RFID Gefahren für die Privatsphäre des Verbrauchers entstehen können. Das sichtkontaktlose Auslesen von Daten ermöglicht beispielsweise eine unbemerkte Aufzeichnung der Kundendaten und daraus folgend die Erstellung von Kundenprofilen. Für die unswissentliche Erstellung von Verhaltens-, Nutzungs- oder Bewegungsprofilen gibt es zum einen keine rechtliche Grundlage, zum anderen sollte das Vertrauensverhältnis zwischen Kunde und Verkäufer nicht belastet werden. Aus diesem Grund ist zu empfehlen, die Vorbehalte der Bürger ernst zu nehmen und offen über den Einsatz von RFID informieren.


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