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E-Health - Chancen und Marktpotenziale für die IKT-Branche

IKT stellt im Gesundheitssektor eine Schlüsseltechnologie für die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen dar. An der Schnittstelle von Gesundheitsdienstleistungen und IKT eröffnen sich neue Marktpotenziale für Gesundheitsdiensteanbieter und IT-Unternehmen. Wir wagen einen Ausblick.

I. Chancen und Marktpotenziale durch den demografischen Wandel

Während früher die Nachteile im Vordergrund standen, die der demografische Wandel mit sich bringt (alternde Bevölkerung, Abnahme der Zahl der Erwerbstätigen etc.), wird man sich mittlerweile der hiermit verbundenen wirtschaftlichen Potenziale bewusst. Gerade der IKT-Branche eröffnen sich gewaltige Chancen. Sie ergeben sich vor allem in folgenden Bereichen:

1) Assistenzsysteme / Aktives und unterstütztes Leben (AAL - Ambient Assisted Living)

Im Bereich der Methoden, Produkte und/oder Dienstleistungen, die das alltägliche Leben von insbesondere älteren Menschen unterstützen, hat sich der Einsatz von IKT schon bewährt. Zu den sehr vielfältigen Anwendungen gehören zum Beispiel vernetzte Rauch-, Gas- oder Sturzmelder, intelligente "Tablettenspender", die über die rechtzeitige Einnahme von Medikamenten wachen, sowie Sensoren zur Erfassung der Bewegung von Pflegebedürftigen im häuslichen Umfeld. Dank moderner AAL-Systeme können ältere Menschen länger ein gesundes und selbstständiges Leben in ihrem gewohnten häuslichen und sozialen Umfeld führen.

2) Telemedizin

Der Begriff "Telemedizin" bezieht sich auf einen wichtigen Teilbereich von E-Health: die Bereitstellung von Gesundheitsdiensten mit Hilfe von IKT für den Fall, dass der Patient und der Angehörige eines Gesundheitsberufs (bzw. zwei Angehörige eines Gesundheitsberufs) nicht am selben Ort sind. Telemedizin umfasst eine große Vielfalt von Dienstleistungen - zum Beispiel Teleradiologie, Telepathologie, Teledermatologie, Telekonsultation, Telechirurgie, Tele-Ophthalmologie und Telemonitoring. Beispielhaft sei hier das Telemonitoring, ein Dienst der Telemedizin zur Überwachung des Gesundheitszustands von Patienten, erwähnt.

Beim Telemonitoring wird der Patient von seinem Arzt aus der Ferne behandelt. So misst der Patient beispielsweise zuhause selbst Blutdruck, Herzfrequenz oder Blutzucker. Das Messgerät übermittelt diese Daten automatisch digital an den behandelnden Arzt, so dass Anfahrtswege entfallen. Besonders hilfreich ist Telemonitoring bei chronisch kranken Personen, die z. B. unter Diabetes oder chronischer Herzinsuffizienz leiden. Viele dieser oft älteren Patienten müssen aufgrund der langen Krankheitsdauer, ihres Gesundheitszustands und der ihnen verordneten Arzneimittel regelmäßig überwacht werden. Noch weiter geht die so genannte "Online-Sprechstunde" – beispielsweise bei Patienten mit regelmäßigem Kontrollbedarf und Parkinson-Patienten: hier hilft eine Kamera dem behandelnden Arzt, den aktuellen Gesundheitszustand des Patienten visuell aus der Ferne zu prüfen. Falls notwendig, kann bei der Online-Sprechstunde ein zusätzlicher beratender Experte hinzu gezogen werden. Es entfallen beschwerliche Krankentransporte mit Wartezeiten in der Arztpraxis.

Zum Bereich der Telemedizin lassen sich auch Internetportale zählen, die Patienten bei der Selbsthilfe unterstützen, Datenbanken, die Informationen für Patienten, Ärzte und die Verwaltung bereit stellen, sowie Omline-Plattformen, die dem Wissensaustausch unter Forschern dienen. Auch elektronische Patientendatensysteme, die elektronische Übertragung von Verschreibungen oder Überweisungen an den Facharzt gehören dazu.

3) Gesundheits-Games

Gesundheits-Games für Spielekonsolen sollen es vor allem älteren Menschen besonders einfach machen, Körper und Geist zu trainieren. Beispielhaft sind hier Gehirn-Jogging-Games, die oft in der Therapie von Alzheimer-Patienten eingesetzt werden und Ausgleichssport-Games, die in der Krankengymnastik Verwendung finden.

II. Chancen/Marktpotenziale im Bereich Dokumentation, Arbeitsabläufe und Verwaltung

Der Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien soll auch helfen, Bürokratie abzubauen und Arbeitsabläufe zu vereinfachen. Beispielhaft sei hier die elektronische Pflegedokumentation in den Städtischen Kliniken Frankfurt am Main (Notfallaufnahme) genannt. Das papierlose Krankenhaus im österreichischen Schladming ist hierfür ebefalls ein gutes Beispiel.

Um den Herausforderungen des demografischen Wandels zu begegnen, wird vielerorts versucht, mittels IKT die Produktivität der Fachkräfte (Ärzte, Pflegepersonal) zu steigern. Technische Innovationen sollen zeitaufwändige Neben- und Verwaltungstätigkeiten reduzieren und Fachkräfte entlasten, so dass die medizinische Versorgungsqualität steigt. In einer Umfrage bei Ärzten gaben 60 Prozent der Befragten an, sehr unter dem täglichen Dokumentationsaufwand zu leiden.

E-Health bietet auch Chancen für kürzere Kommunikationswege. Informationen wie zum Beispiel Aufnahme- und Entlassungsbriefe, Befunde oder Medikationen werden für die direkt Betroffenen und für andere beteiligte Gesundheits- und Sozialeinrichtungen schneller bereitgestellt und übermittelt.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Charakteristika von E-Health. Wichtig ist z.B. auch der Beitrag, den IKT dazu leisten kann, bei steigendem Renteneintrittsalter, die Arbeitsplätze besser an die Bedürfnisse älteren Mitarbeiter anzupassen. Hier sind beispielsweise Bildschirme mit altersgerechter Darstellung in Büros und IT zu nennen, die Telearbeit ermöglicht und so das Arbeiten im Alter erleichtert.

 

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