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Noch kein Jahr nach dem Startschuss für den Breitbandausbau - Ausbau des schnellen Internets kommt in Nordhessen rasch voran

Die ersten elf Bauabschnitte sind gebaut, 14 weitere wurden begonnen. Der Ausbau des schnellen Internets auch in den weniger dicht besiedelten Regionen Nordhessens kommt rasch voran. „Noch ist kein Jahr seit dem ersten Spatenstich vergangen, und es sind schon 530 Kilometer von gut 2.200 Kilometer Trasse gebaut. 73 bisher schlecht versorgte Ortsteile haben wir ausgebaut und der Ausbau in 69 weiteren Ortsteilen in ganz Nordhessen läuft bereits. Die Breitband Nordhessen GmbH errichtet ein Kommunikationsnetz auf dem absolut neuesten Stand der Technik“, sagte die Geschäftsführerin der Breitband Nordhessen GmbH (BNG), Kathrin Laurier. Die BNG plant den Ausbau der Infrastruktur mit einem Vorlauf von einem halben Jahr.

Auf www.breitband-nordhessen.de sind die für einen Baubeginn in diesem Jahr verbindlich geplanten Bauabschnitte einzusehen. Die folgenden Bauabschnitte für das 1. Halbjahr 2018 werden zum Ende des Jahres auf der Website veröffentlicht.

Auskünfte zu den „Anschaltterminen“, ab denen das schnelle Internet tatsächlich verfügbar ist, könne aber nur die Netcom Kassel erteilen, erläutert Kathrin Laurier. Denn die Weigand Bau schaffe im Auftrag der BNG die Infrastruktur von Leerrohren und Multifunktionsgehäusen, um darin die Glasfaserkabel für den Transport des Signals zu verlegen und die Technik für die Verteilung des Signals in den Ortschaften zu installieren. „Die tatsächliche Verfügbarkeit des Internetdienstes bei den Kunden hängt insofern nach dem Bau der Infrastruktur durch die BNG davon ab, wann die Netcom die aktive Technik installiert und die Endkunden ihre Verträge mit der Netcom geschlossen haben werden“, sagt Kathrin Laurier.
 
Die Netcom Kassel werde rechtzeitig vor der Verfügbarkeit des Internetdienstes in den Ortsteilen zu Informationsveranstaltungen einladen und mit der Vermarktung der Anschlüsse beginnen und ihren neuen Kunden auch spezielle Produkte bieten, um bequem zu ihr als Anbieter des neuen, schnellen Netzes in Nordhessen zu wechseln. „Grundsätzlich empfehlen wir keine eigenständige Kündigung des bestehenden Vertrages mit dem bisherigen Anbieter, eine Verlängerung des Vertrages um 24 Monate sollte aber vermieden werden“, sagt Kathrin Laurier.
 
Ziel der BNG ist es, bis 2019 in Nordhessen möglichst alle der zuvor schlecht versorgten rund 570 meist sehr kleinen Ortsteile für eine Übertragungsgeschwindigkeit von zunächst bis zu 50 Megabit pro Sekunde auszubauen. Dann solle die Netzinfrastruktur mit rund 2200 Kilometer Glasfaserkabel geschaffen sein, die das Signal zu 320.000 Einwohnern in über 570 Ortsteilen leitet. Das entspreche etwa einem Drittel der Bevölkerung Nordhessens, die in diesen Orten lebe, erläutert Kathrin Laurier.
 
Dr. Koch: „Der Ausbau gelingt, wenn alle mitmachen.“
Der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der BNG, Landrat Dr. Michael H. Koch aus Hersfeld-Rotenburg, erinnert in diesem Zusammenhang an die Konzeption der Gesellschaft und ihren Ursprung: Im ländlichen Raum Nordhessens gibt keinen kommerziellen Anbieter, der die Versorgung der gesamten Fläche zu vertretbaren Kosten anbieten würde. Darum wurden wir fünf nordhessischen Landkreise aktiv und bauen mit der Breitband Nordhessen das Netz als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge aus. Der flächendeckende Ausbau für alle gelingt aber nur, wenn alle mitmachen. Wir haben ein großes Ziel und wir werden es gemeinsam erreichen.“

„Wir setzen weiterhin auf die Unterstützung aller Gemeinden im Ausbaugebiet“, ergänzt Kathrin Laurier und verweist auf die Unterstützung des Landes und der Europäischen Union. Der Bau des Netzes in Nordhessen koste rund 128 Millionen Euro. Weitere 30 Millionen entfielen auf die Technik, um die Kunden an das Netz anschließen zu können. Die BNG erhalte ein zinsgünstiges Darlehen und Fördermittel. Über die Endnutzer finanziert die BNG die Rückzahlung der Darlehen. 

„Unser Ausbau erfolgt auf Basis des gleichen Technologieansatzes, der auch von allen anderen Marktteilnehmern und somit auch der Telekom Deutschland verfolgt wird. Entsprechend sind auch die prinzipiellen Leistungsmerkmale unseres Netzes aktueller Stand der Technik und entsprechen denen der anderen Anbieter, die Dienste auf Grundlage eines FTTC-Ansatzes anbieten“, erläutert Kathrin Laurier, um Missverständnissen vorzubeugen. FTTC steht für Fiber to the cabinet, d.h. Glasfaser bis zu den Verteilerschränken. Ferner ist die Netzarchitektur so konzipiert, dass auch ein Glasfaserausbau bis zum Haus (FTTB) perspektivisch möglich sein wird. 

Die Netcom Kassel wird mit der sogenannten VDSL-Technologie die gleiche Zugangstechnologie wie alle übrigen Marktteilnehmer verwenden. Der einzige Unterschied war lediglich, dass aufgrund von EU-Vorgaben für öffentlich geförderte Projekte der Netzbetreiber des Breitbandnetzes der Breitband Nordhessen GmbH derzeit noch kein VDSL-Vectoring einschalten durfte, wenngleich die Technik dies selbstverständlich zulässt. „Die regulierungsrechtliche Beschränkung ist nun gefallen, Details müssen jedoch noch geklärt werden“, erläutert Kathrin Laurier und fährt fort: „Mit der Freigabe von VDSL-Vectoring sind somit Zugangsbandbreiten von bis zu 100 Mbit/s möglich.“ Unabhängig hiervon sind auf einem Netz, wie es die BNG baut, mit der Super-Vectoring-Technologie perspektivisch sogar Bandbreiten von 200 bis 400 Mbit/s im Download möglich.

Quelle: Breitband Nordhessen GmbH




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