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Studie belegt ökonomische Bedeutung der Gesundheitsindustrie für Hessen

Ministerpräsident Volker Bouffier: „Garant für Wachstum und Beschäftigung“

Pharmaunternehmen und Hersteller von Medizinprodukten sind ein Eckpfeiler der hessischen Wirtschaft. Dies belegt eine Studie der „Initiative Gesundheitsindustrie Hessen (IGH)“, die erstmals die ökonomische Bedeutung der Gesundheitsindustrie in Hessen analysiert hat.

„Mit einer Bruttowertschöpfung von zehn Milliarden Euro, als Arbeitgeber für 90.700 Menschen und einem Exportanteil von mehr als elf Milliarden Euro leistet die Gesundheitsindustrie einen überdurchschnittlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung unseres Landes. Sie ist ein Garant für Wachstum und Beschäftigung“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier als Schirmherr der IGH bei der Vorstellung der Studie. Die enorme Stärke im Außenhandel belege die hohe Wettbewerbsfähigkeit der Branche. „Im Vergleich der Länder nimmt Hessen einen Spitzenplatz ein“, so Bouffier. Der Anteil der Gesundheitsindustrie am Bruttoinlandsprodukt liegt mit 4,4 Prozent deutlich über dem Bundesschnitt (2,7 Prozent).

Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir wies auf die große Bedeutung der Branche für die Gesamtwirtschaft hin: „Hessen profitiert von der Dynamik der Gesundheitsindustrie. Ihre Unternehmen beziehen Vorprodukte, bestellen Dienstleistungen und zahlen Löhne und Gehälter, die von den Beschäftigten ausgegeben werden – zum großen Teil in Hessen. Sie sichern damit Arbeitsplätze auch in anderen Branchen.“ Wie die Studie errechnet, löst die Gesundheitsindustrie in Hessen mit jedem Euro direkter Wertschöpfung 1,08 Euro in anderen Branchen aus, insgesamt sind dies mehr als 20 Milliarden Euro. Jeder ihrer Beschäftigten sichert 1,64 Arbeitsplätze in anderen Wirtschaftszweigen, dies sind insgesamt rund 149.000 weitere Arbeitsplätze.


Fokus auf Arzneimitteln und Medizintechnik


Hessen ist ein wichtiger Produktionsstandort. 75 Prozent der Wertschöpfung der Gesundheitsindustrie entstehen bei der Herstellung von Medizinprodukten, wobei der Fokus auf Arzneimitteln und Medizintechnik liegt - noch vor Körper-, Hygiene- und Pflegeprodukten sowie Sport- und Fitnessgeräten. „Der hessische Gesundheitsindustriesektor ist kompetent, innovativ und schlagkräftig aufgestellt. Hiesige Unternehmen stellen sicher, dass die Menschen mit hochwertigen und wirksamen Medikamenten und Medizinprodukten versorgt werden. Gleichzeitig wird durch deren Produktion etwa jeder siebte Euro des verarbeitenden Gewerbes in Hessen erwirtschaftet“, sagte Hessens Gesundheitsminister Stefan Grüttner.

Auf den Bereich Forschung und Entwicklung entfallen knapp zehn Prozent der Wertschöpfung. Rund elf Prozent der Beschäftigten arbeiten in diesem Segment. „Forschung und Entwicklung als Motor für Innovationen sind wichtig, um dauerhaft geschlossene Wertschöpfungsketten von Forschung und Entwicklung über Produktion bis hin zum Vertrieb zu erhalten. Sie sind von herausragender Bedeutung, um Technologieführerschaften zu behaupten, Zukunftspotentiale auszubauen und sich in einer globalisierten Welt im Wettbewerb der führenden Innovationsstandorte mit an vorderster Stelle positionieren zu können“, so Wissenschaftsminister Boris Rhein.


Die Produktion von Arzneimitteln für Menschen dominiert

Großunternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern sind es, die die Produktion von Arzneimitteln für Menschen dominieren und in diesem Sektor auf mehr als 90 Prozent der Wertschöpfung und Arbeitsplätze kommen. Die Medizinprodukteindustrie ist dagegen mittelständisch geprägt und beschäftigt in Hessen knapp 10.000 Erwerbstätige in kleinen und mittleren Unternehmen. „Die Industrielle Gesundheitswirtschaft weist seit dem Jahr 2004 konstante Erwerbstätigenzahlen auf und trägt zu einer Stabilisierung des Arbeitsmarkts im industriellen Sektor von Hessen bei. Damit wir auch langfristig hoch qualifizierte Arbeitsplätze haben, müssen wir für Rahmenbedingungen sorgen, die sowohl Forschung und Entwicklung als auch Produktion und Vertrieb in Hessen für die Unternehmen attraktiv machen“, sagte Volker Weber, Landesbezirksleiter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie.

Dr.  Matthias Suermondt, Leiter Public Affairs der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, dankte den Partnern der Initiative für ihr Engagement. „Anhand des starken Fußabdrucks, den mittelständische und große Unternehmen in Hessens Wirtschaft hinterlassen, wird deutlich, dass Gesundheitspolitik nicht nur Sozialpolitik, sondern immer auch Wirtschaftspolitik ist. Innerhalb der Initiative wurde das Potential für eine nachhaltige Entwicklung der Gesundheitsindustrieregion früh erkannt. Die Mitarbeit lohnt sich.“


Hintergrundinformationen


In der Standortinitiative „Initiative Gesundheitsindustrie Hessen“ (IGH) setzen sich die Hessische Landesregierung, Unternehmen der hessischen Gesundheitsindustrie, der Landesbezirk Hessen-Thüringen der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie und Vertreter aus Wissenschaft und Forschung seit 2013 für die Stärkung des Standorts Hessen ein. In dieser Zusammensetzung ist die Initiative bundesweit einzigartig. Ministerpräsident Volker Bouffier ist Schirmherr der IGH.

Ziel der Initiative ist es, durch das Zusammenwirken von Industrieunternehmen, Hessischer Landesregierung, Wissenschaft und Arbeitnehmervertretern bestehende Arbeitsplätze zu sichern und neue, hochqualifizierte Stellen zu schaffen. Dazu soll die Attraktivität Hessens für Investitionen in Forschung, Entwicklung und Produktion gesteigert werden. Anspruch ist, dass durch Innovationen und optimale Rahmenbedingungen für die Produktion die Versorgung der Bevölkerung mit bezahlbaren, qualitativ hochwertigen Arzneimitteln und Medizinprodukten gesichert ist.

Zur Industriellen Gesundheitswirtschaft gehören die Produktion sowie der Vertrieb und Großhandel von Humanarzneiwaren, Medizintechnik, Körper-, Hygiene- und Pflegeprodukten sowie Sport- und Fitnessgeräten. Darüber hinaus zählen auch Forschungs- und Entwicklungsleistungen sowie gesundheitsrelevante Informations- und Kommunikations-technologien (E-Health) zur Branche.

Zur Studie gelangen Sie hier als Folder (2 MB) und als Broschüre (5 MB).


Quelle: Hessische Staatskanzlei