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| Knapp 400 Teilnehmer bei der Eröffnung des Hessischen Breitbandgipfels 2010 durch Minister Posch |
Der von Politik und Wirtschaft geforderte flächendeckende Breitbandausbau kann nur erfolgen, wenn alle Verantwortlichen gemeinsam daran arbeiten. Das Land Hessen wird seine Moderatorenrolle im Ausbauprozess der Breitbandverfügbarkeit vor allem im ländlichen Raum intensivieren. Dazu wird unter anderem die Zusammenarbeit mit all denen verstärkt, die zum raschen Erreichen dieses Ziels beitragen können.
„Fehlender Breitbandzugang bedeutet einen Standortnachteil für die Region, der sie in ihrer allgemeinen und vor allem wirtschaftlichen Entwicklung einschränkt. Es gibt immer noch Ortsteile in Hessen, die nicht vollständig versorgt sind“, sagte Wirtschafts minister Dieter Posch anlässlich der Eröffnung des Hessischen Breitbandgipfel 2010 in Frankfurt am Main am 16. Juni 2010 vor knapp 400 Teilnehmern.
Das Projekt „Breitband-in-Hessen“ zielt im Handlungsstrang 1 auf die Schließung der Breitbandlücken in Hessen bis Ende 2011. Darüber hinausgehend soll im Handlungsstrang 2 der Ausbau eines Hochgeschwindigkeitsnetzes Next Generation Access (NGA) bis Ende 2014 gezielt stimuliert werden.
Wirtschaftsstaatssekretär Steffen Saebisch ergänzte auf dem Gipfel: „Breitbandige Internetzugänge stellen für Unternehmen, Bürger und Verwaltungen einen wichtigen Teil der Infrastruktur dar, die sie zum effizienten Arbeiten benötigen und die immer mehr zum Leben dazu gehört.“
Digitale Dividende als schnelle Ausbaulösung
Ein Mittel zur Schließung der letzten Lücken im Land steht nach der erfolgten Versteigerung der Frequenzen mit der Digitalen Dividende schnell zur Ver fügung. Saebisch wies darauf hin, dass bereits erste Strategiegespräche mit den Lizenznehmern zum gezielten Ausbau des ländlichen Raums in Hessen stattgefunden haben. In den Betrieb der Netze werde sicherlich auch die Erfahrung aus dem erfolgreichen Modellprojekt in Hofbieber einfließen, bei dem 83 Prozent der Teilnehmer die Zugriffsgeschwindigkeit auf das Internet mit der Funkverbindung insgesamt als schnell oder sehr schnell einschätzen.
Saebisch lobte darüber hinaus das Engagement des Odenwaldkreises bei dem geplanten Aufbau eines kreisweiten Glasfasernetzes. Der Kreis orientiert sich dabei an der Breitbandstrategie der Bundesregierung, die vorsieht, dass im Jahr 2014 75 Prozent der Haushalte Internetverbindungen nutzen können, die Übertragungsraten von 50 Mbit/s und mehr anbieten. In diese Richtung soll es in Hessen zügig weitergehen, wobei quantitative Projektziele erst im Laufe des Jahres und in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe NGA erarbeitet werden.
HesBIS informiert über Infrastruktur
In einer Art „Weltpremiere“, wie Saebisch sagte, wurde das Hessische Breitband-Informationssystem HesBIS live vorgestellt. Mit HesBIS werden Kommunen und Unternehmen bei der Ausbauplanung unterstützen. Saebisch: „HesBIS als Tool für das Leerrohr-Management ist ein wichtiger Baustein der Grundlage für den erfolgreichen Aufbau eines NGA-Netzes in Hessen.“
In der Podiumsdiskussion am Nachmittag war das gesamte Spektrum der beteiligten Akteure auf der Bühne vertreten. Dementsprechend lebhaft wurde diskutiert und aus dem Publikum wurde gefragt, warum zum jetzigen Zeitpunkt etwa Funknetze mit Fördermitteln aufgebaut werden, die in wenigen Jahren ersetzt werden durch den NGA-Ausbau. Dem wurde entgegengehalten, wobei sich dabei die meisten Podiumsteilnehmer einig waren, dass der NGA-Ausbau als optimale Lösung nicht in einem akzeptablen Zeitraum möglich sei. Daher sei der gewählte gestufte Prozess – zeitnahe Grundversorgung mit anschließendem weiterem Ausbau – der richtige Weg. Wichtig sei aber, dass die Ausbauschritte infrastrukturell aufeinander aufbauen, um insgesamt zu wirtschaftlichen Lösungen zu kommen. Es wurde zusätzlich darauf hingewiesen, dass mittelfristig sowohl breitbandige Festnetz- als auch Mobillösungen vom Markt gefordert würden.
Dialog, Kooperation und Mitwirkung erforderlich
Posch schloss in seiner Begrüßungsrede: „Das schnelle Internet ist äußerst wichtig. Daher hoffe ich, dass sich die Bereitschaft zum Dialog, die wir heute spüren konnten, in eine Bereitschaft zur Kooperation beim Breitbandausbau entwickelt. Die Kommunen bitte ich die Möglichkeit zu nutzen, auf das heute im hohen Maß vorhandene Fachwissen zuzugreifen. Wenn beides gelingt, hat sich die Organisation des Breitbandgipfels mehr als gelohnt.“
Georg Matzner, zuständiger Referatsleiter im Referat für Technologiepolitik und -förderung, Informationstechnologie, Telekommunikation, Post, betonte zum Abschluss der Veranstaltung die hohe Komplexität des Projektes und wies auf die erforderliche Bündelung von Interessen hin. Für ihn sei es wichtig, mit Partnern gemeinsam in eine Richtung zu gehen: "Wir brauchen Ihre Kompetenz und sind für Ihre Ideen immer offen. Schreiben Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie an."
Übergabe von Förderbescheiden im Rahmen des Gipfels
Staatssekretär Steffen Saebisch (zweiter von rechts) übergibt Förderbescheide an Norbert Syguda (Bürgermeister von Altenstadt, links), Dagmar Nonn-Adams (Bürgermeisterin von Seligenstadt) sowie Bernd Kling (Bürgermeister von Kefenrod, rechts).

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